„Die Grundlage einer glücklichen Ehe ist tiefes Einander-Missverstehen.“ - Die Theatergruppe „incognito“ inszenierte Oscar Wildes „Ein perfekter Ehemann“

 „Das Stück war ein großer Erfolg, aber das Publikum eine glatte Fehlbesetzung!“ soll Oscar Wilde einmal über die Premiere eines seiner Stücke gesagt haben. Die Theatergruppe „incognito“ hingegen hatte das Publikum auf ihrer Seite: Tosender Applaus erwartete die Darsteller von Wildes Gesellschaftskomödie „Ein perfekter Ehemann“.

Das Stück spielt zwar vor mehr als 100 Jahren, aber es behandelt zeitlose Themen. Denn in der Gesellschaftskomödie geht es um den schönen Schein und die Abgründe, die sich oftmals dahinter verbergen. Wilde beschreibt, wie einige Mitglieder der englischen High Society von ihrer Vergangenheit eingeholt werden und ihr sorgsam gepflegtes Image zu zerbrechen droht.

Die intriganten Cousinen Mrs. Cheveley (Daria Kunicka) und Mrs. Allonby (Wiebke Hafner) versuchen, den aufstrebenden Politiker Sir Robert Chiltern (Daniel Vidic) zu erpressen. Sie wissen, dass Sir Roberts Karriere vor 18 Jahren mit einem Insidergeschäft begann, und drohen, mit ihrem Wissen zur Presse zu gehen. Als sie das Geheimnis seiner Ehefrau Lady Gertrude Chiltern (Laura Drexel) verraten, bricht für diese eine Welt zusammen, schließlich hielt sie ihren Gatten für einen perfekten Ehemann. Lord Arthur Goring (Jan Hendriks) und Cedric Goring (Tobias Brandt), versuchen, Robert zu helfen, aber dadurch kommt es zunächst erst einmal zu neuen Verwicklungen. Gemeinsam schaffen sie es schließlich, das drohende Unheil abzuwenden. Und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Leben ohne Verständnis und Verzeihen nicht funktioniert. Wilde schreibt: „Liebe und nicht deutsche Philosophie ist die wahre Erklärung für diese Welt, was immer die Erklärung für die nächste sein mag.“ (Lord Goring, 2. Akt)

In diesem Schuljahr steht nun ein aktuelles Comedy-Drama auf dem Spielplan: „Nachsitzen für Fortgeschrittene“ von Benjamin Delacorte. Schauplatz der Handlung ist eine amerikanische High School und auf den ersten Blick erinnern die Charaktere an einen typischen Teenager-Film. Da gibt es zum Beispiel eine beliebte Cheerleaderin, einen coolen Footballer, eine Rebellin, eine Streberin und eine Außenseiterin. Scheinbar haben sie nichts gemeinsam – außer, dass sie alle zum Nachsitzen am Samstag verdonnert wurden. Doch auch in diesem Stück ist nichts wie es scheint.

Daniel Hunold StR

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